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Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park

Monumentale Geschichte trifft auf grüne Stille: Gedenkort, Soldatenfriedhof und architektonisches Gesamtkunstwerk im Treptower Park.

Veröffentlicht
Thema
Unterwegs
Region
Berlin
Lesezeit
3 Minuten

Inmitten des weitläufigen Treptower Parks verbirgt sich eine der beeindruckendsten und zugleich gegensätzlichsten Anlagen Berlins: Das Sowjetische Ehrenmal. Es ist nicht nur ein Ort des Gedenkens und ein Soldatenfriedhof für über 7.000 gefallene Rotarmisten der Schlacht um Berlin, sondern auch ein architektonisches Gesamtkunstwerk, das Monumentalität und landschaftliche Ästhetik auf faszinierende Weise vereint.

Zwischen Pathos, Symmetrie und Natur

Errichtet zwischen 1946 und 1949 nach den Entwürfen eines sowjetischen Schöpferkollektivs (u. a. Jakow Belopolski und Jewgeni Wutschetitsch), erstreckt sich die Anlage über rund zehn Hektar. Wer das Areal betritt – etwa durch die Rundbogenportale an der Puschkinallee –, verlässt augenblicklich das geschäftige Treiben der Großstadt.

Landschaftsarchitektonisch führt der Weg über eine sanfte Entschleunigung:

  • Die Trauernde Mutter: Zunächst führt der schattige Weg zur Statue der „Mutter Heimat“, die um ihre gefallenen Söhne trauert und von einem Halbkreis aus Bäumen geschützt wird.
  • Die Roten Fahnen: Flankiert von melancholischen Trauerbirken öffnet sich die Sichtachse durch zwei gigantische, stilisierte Fahnen aus rotem Granit, vor denen zwei Soldaten knien.
  • Das zentrale Gräberfeld: Es folgt die weite Sicht auf das von Kalkstein-Sarkophagen gesäumte Rasenareal. Der Blick wandert unweigerlich zum krönenden Abschluss der Anlage: Dem künstlich aufgeschütteten Hügel (Kurgan) mit dem 30 Meter hohen Denkmal des Befreiersoldaten, der ein Kind auf dem Arm trägt und mit dem Schwert ein Hakenkreuz zerschmettert.

Für die Fotografie bietet die Anlage ein Spiel aus extremen Perspektiven, strenger Symmetrie und wechselnden Lichtstimmungen. Die Verbindung aus massivem Naturstein, filigranen Reliefs, bronzezeitlich anmutenden Formen und dem saisonalen Wandel der Natur macht jeden Blickwinkel spannend.

  • Steinerne Frauenfigur auf hohem Sockel vor einer Reihe Trauerweiden, davor eine Rasenfläche.
  • Bronzestatue eines Soldaten auf einem begrünten Hügel, frontal aufgenommen, von Bäumen gerahmt.
  • Schwarzweiß: kniende Soldatenfigur mit Fahne und Helm vor einer glatten Granitwand.
  • Untersicht auf die kniende Figur vor der roten Granitfahne, die spitz in den Himmel läuft.
  • Die leere gepflasterte Allee des Ehrenhains, von hohen Pappeln gesäumt, bis zum Horizont.
  • Blick über die Gräberfelder auf die ferne Statue, im Vordergrund eine Gedenkplatte im Rasen.
  • Kugelförmiges Denkmal mit Anker und Reliefs auf einer Rasenfläche, dahinter Bäume.
  • Beide geneigten Granitfahnen von hinten gesehen, dazwischen die breite Treppenanlage.
  • Die Mittelachse mit Wasserbecken und Steinplatten, beidseitig von Bäumen gesäumt.
  • Untersicht auf das goldene Reliefband einer Kuppel im Inneren des Denkmals.
  • Die Granitfahne von schräg hinten, davor die kniende Figur, dahinter Baumkronen.
  • Beide Granitfahnen rahmen den Blick auf die ferne Statue, davor breite Stufen.
Aufnahmen vom 26. September 2018.

Oase der Einkehr und Flanierort

Abseits der geschichtlichen und fotografischen Dimension ist das Ehrenmal – und der es umgebende Treptower Park – ein idealer Rückzugsort für Ruhesuchende:

  • Spazierengehen & Verweilen: Die breiten, von dichtem Baumbestand geschützten Promenaden laden zu ausgedehnten, ruhigen Spaziergängen ein. Die strenge Ausrichtung der Wege erzeugt ein Gefühl von Ordnung und Entlastung für den Kopf.
  • Durchatmen an der Spree: Kombiniert man den Besuch des Ehrenmals mit den direkt angrenzenden Wegen entlang des Spreeufers, lässt sich der Spaziergang perfekt erweitern. Die Bänke unter den schattigen Alleen bieten Platz zum Lesen oder einfach zum Beobachten des Lichtspiels in den Baumkronen.
  • Respektvoller Abstand: Das Areal strahlt durch seine schiere Größe und Funktion eine fast ehrfurchtsvolle Ruhe aus. Die Geräusche der Stadt verblassen hier merklich, was den Ort zu einer Oase der Reflexion macht.

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