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Perfekte Blendensterne erzeugen

Wie aus gewöhnlichen Straßenlaternen faszinierende Lichtsterne werden – Blende, Lamellen und die richtige Technik im Überblick.

Veröffentlicht
Thema
Technik
Lesezeit
3 Minuten

Sicher hast du auf Nachtaufnahmen schon oft die eindrucksvollen, sternförmigen Strahlen um Straßenlaternen oder Scheinwerfer gesehen. Dieser Effekt ist keine digitale Nachbearbeitung, sondern reine Physik in deiner Kamera. Mit ein paar einfachen Kniffen steuerst du das Aussehen dieser Blendensterne gezielt.

  • Die Osthafenbrücke in Frankfurt in der blauen Stunde. An der Straßenlaterne rechts steht ein vielstrahliger Blendenstern, kleinere Sterne sitzen an den Lichtern des Brückenbogens.

1. Das Geheimnis der kleinen Blende

Bei offener Blende (z. B. f/1.8 oder f/2.8) wirken Punktlichtquellen meist flächig und weich. Schließt du die Blende (Abblenden auf f/8 bis f/16), muss das Licht durch eine engere Öffnung. An den scharfen Kanten der Blendenlamellen bricht sich das Licht (Beugung) und erzeugt die charakteristischen Strahlen.

Tipp: Übertreibe es nicht mit f/22. Bei extrem kleiner Blende schleicht sich Beugungsunschärfe ein, die das gesamte Bild weicher macht. f/11 ist meist der ideale Sweet Spot aus scharfen Sternen und bester Abbildungsleistung.

2. Warum die Anzahl der Lamellen entscheidet

Wie viele Strahlen dein Stern hat, hängt direkt von der Bauweise deines Objektivs ab. Jede Lamellenkante wirft ihren Strahl nach beiden Seiten:

  • Gerade Anzahl an Lamellen (z. B. 8): Gegenüberliegende Lamellen stehen parallel, ihre Strahlen fallen zusammen. Du bekommst genau so viele Strahlen wie Lamellen — also 8.
  • Ungerade Anzahl an Lamellen (z. B. 7 oder 9): Keine Lamelle hat ein paralleles Gegenstück, jeder Strahl steht für sich. Die Zahl verdoppelt sich auf 14 oder 18.

3. Saubere Linsen sind Pflicht

Nachtfotografie verzeiht keinen Staub. Ein Fettfleck oder Fingerabdruck auf der Frontlinse erzeugt rund um helle Lichtquellen Schleier und unschöne Reflexe (Lens Flares) — genau dort, wo der Stern stehen soll. Staub auf dem Sensor wiederum zeichnet sich beim Abblenden auf f/11 als dunkle Flecken im Himmel ab. Ein kurzes Wischen mit dem Mikrofasertuch vor der Aufnahme und gelegentlich ein Blick auf den Sensor sparen spätere Retuschezeit.

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